Ledenhof, Am Ledenhof 3, 49074 Osnabrück
Freitag, 27.11.2026
um 19:00 Uhr, Eintritt 12,-/ erm. 10,-
In Kooperation mit dem Literaturbüro Westniedersachsen und der Universität Osnabrück; gefördert von der VGH Stiftung
Reservierung und Vorverkauf in den Altstädter Bücherstuben,
unter altbue@osnanet.de, 0541-26391

»Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.
Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit hinterlassen haben, bis in die Gegenwart und Landschaften hinein, das macht Svenja Leiber in ihrem neuen Roman sichtbar. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie..«
Über die Autorin:
Svenja Leiber wuchs in Hamburg und Norddeutschland auf, machte ihr Abitur in Lübeck, ging 1995 nach Berlin und studierte dort zunächst Philosophie, dann Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte. Sie schloss ihr Studium mit einer Bearbeitung des Frauenbilds im Werk Goethes und Thomas Manns ab, hielt sich immer wieder für längere Zeit in Russland auf, arbeitete in verschiedenen Kunstsammlungen und als Dozentin für literarisches Schreiben, u. a. in der Prosawerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung, in der Bayerischen Akademie des Schreibens und der Koelner Schmiede.
Bücher in Bewegung setzen
Auf die LiteraTour Nord gehen jeden Winter ausgewählte Autorinnen
und Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und lesen
aus ihren Neuerscheinungen in Oldenburg, Bremen, Lübeck, Rostock,
Lüneburg, Hannover und Osnabrück – in den örtlichen Literaturhäusern und Buchhandlungen, moderiert von Professorinnen. Sie bewerben sich damit um den „Preis der LiteraTour Nord“, der seit 2006 von der VGH Stiftung ausgelobt wird und mit 15.000 Euro dotiert ist. Die Jury besteht aus den Veranstaltern und Moderatorinnen sowie
dem Publikum. Die bisherigen Preisträger*innen sind: Bernd Eilert,
W.G. Sebald, Wilhelm Genazino, Anne Duden, Robert Gernhardt,
Christoph Hein, Emine Sevgi Özdamar, Dirk von Petersdorff, Josef
Haslinger, Bodo Kirchhoff, Liane Dirks, Hartmut Lange, Terézia Mora,
Karl-Heinz Ott, Thomas Hürlimann, Katja Lange-Müller, Jenny Erpenbeck, Matthias Politycki, Iris Hanika, Gregor Sander, Marica Bodrožic´,
Ralph Dutli, Michael Köhlmeier, Ulrich Schacht, Tilman Rammstedt,
Lukas Bärfuss, Joachim Zelter, Ulrike Draesner, Iris Wolff, Judith
Hermann, Fatma Aydemir und Deniz Utlu.
